Aus den Medien:

++ „Spotify für journalistische Inhalte“ - realistisch? ++ Die Vorlieben deutscher Podcast-Hörer ++ Diversity als Asset beim Stern

 

++ Wie realistisch ist ein „Spotify für journalistische Inhalte“? 

++ Das sind die Vorlieben deutscher Podcast-Hörer  

++ Diversity als Asset beim Stern  

 

Wie realistisch ist ein „Spotify für journalistische Inhalte“? 

Das Journal Medienpolitik.net setzte sich jüngst mit der Frage auseinander, ob das Modell eines gebündelten und plattformbasierten Abonnements im Journalismus eine realistische Chance besitzt. Gewissermaßen ein „Spotify zum Lesen“. Hintergrund ist jener Umstand, dass die Landesanstalt für Medien NRW dazu eine Studie namens „Money for Nothing and content for free – Paid Content, Plattformen und Zahlungsbereitschaft im digitalen Journalismus“ durchführte.

Kann also die „Plattformökonomie“ qualitativ hochwertigem Journalismus dabei helfen, sich weiterhin ausreichend zu finanzieren? Und ist das Modell an sich überhaupt realistisch? Laut der Studie ist es „mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten“, dass ein solches Modell im Journalismus auch zur Anwendung kommen wird. Es wird die Transaktionskosten für die Kunden „deutlich“ reduzieren. Wichtige Erkenntnis der Studie: Da bei jedem Hinzufügen weiterer Inhalte zum gesamten Bündel praktisch keinerlei Grenzkosten entstehen, ermöglichen große Bündel „eine effiziente Abschöpfung großer Teile der Zahlungsbereitschaft“. Eine erste vorsichtige Schätzung kommt zu dem Urteil, dass eine solche anbieterübergreifende Plattform für journalistische Inhalte ein Umsatzpotenzial von etwa 128 bis 152 Millionen Euro pro Monat aufweist.

Der Bericht weist darüber hinaus darauf hin, dass damit zu rechnen ist, dass große Technologiekonzerne noch mehr Kontrolle hinsichtlich der Verteilung digitaler Inhalte erlangen werden. Das macht es kleinen Anbietern zum einen natürlich sehr schwer. Zum anderen gibt es dadurch für regionale Verlage den Anreiz, auf wirtschaftlicher Ebene zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Plattform für den Vertrieb aufzubauen. So können sie einerseits Provisionen einsparen und hätten andererseits „die Hoheit über die Werbung“.

 

Das sind die Vorlieben deutscher Podcast-Hörer 

Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom kommt zu dem Urteil, dass das Medienformat des Podcasts während der Corona-Krise in Deutschland noch beliebter geworden ist. Während im Vorjahr im Rahmen einer Befragung jeder Vierte Nutzer (26 Prozent) angab, „mindestens selten“ eine Form von Video- oder Audio-Beitrag zu konsumieren, die online verfügbar ist und abonniert werden kann, ist es nun bereits jeder Dritte (33 Prozent).

Der Anteil derjenigen, die dann aber auch tatsächlich wöchentlich konsumieren, fällt indes gering aus: Tatsächlich sind es nur sieben Prozent, die sich de facto wöchentlich ihren abonnierten Shows widmen. Ungeachtet dessen sind Podcasts ein Medium, das speziell bei jungen Konsumenten Beachtung findet. 40 Prozent derjenigen, die angaben, Podcasts zu hören, sind zwischen 16 und 29 Jahre alt. In Bezug auf die Themen der Podcasts sind zuvorderst solche beliebt, die sich mit dem Coronavirus oder allgemeinen Nachrichten auseinandersetzen. Es folgen in der Beliebtheitsskala die Genres Comedy (44 Prozent), Sport und Freizeit (43 Prozent) sowie Gesundheit und Medizin (39 Prozent).

Eine wichtige Erkenntnis der Umfrage ist ferner, dass die Ausdauer der Hörer kurz ist – zumindest, wenn man das Medium mit anderen vergleicht. Denn die meisten Podcast-Nutzer favorisieren bei ihren Sendungen und Shows kurze Folgen, und selbst diese hören sie häufig nicht zu Ende. Noch sind Podcasts also eher „mediale Häppchen“ als vollwertige Audio- und Video-Mahlzeiten.

 

Diversity als Asset beim Stern  

In ihrem aktuellen Editorial widmete sich Stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier dem mittlerweile allgegenwärtigen und zurecht heiß diskutierten Thema Diversity. Zugegebenermaßen nicht ganz uneigennützig: so betont Gretemeier mit Stolz die Vorreiterrolle des Nachrichtenmagazins bei Frauen in Führungspositionen. Laut den jüngsten Zahlen des Vereins Pro Quote rangiert der stern hier mit einem Frauenmachtanteil von 52 Prozent bundesweit vor dem Spiegel (40 Prozent) und der Zeit (35,8 Prozent). Und auch bei der Altersverteilung sehe die Situation ähnlich gut aus. Dies sei jedoch noch nicht genug: „Was uns fehlt, sind Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen […]. Wir brauchen Diskurs, Reibung und neue Blickwinkel innerhalb unseres Teams. Wir brauchen mehr Menschen anderer Nationalitäten, Kulturen und Muttersprachen, um die Art und Weise, wie der Stern Geschichten erzählt, an die Realitäten in unserem Land […] anzugleichen" so Gretemeier – und funktioniert ihr Editorial kurzerhand zur Stellenausschreibung um "Bewerben Sie sich bei uns. Bereichern Sie uns!“. Eigennützig? Durchaus. Vorbildlich? Auf jeden Fall!

 

 

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Autor: Cision Insights-Team 

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